ki maklersoftware mcp rechte werkstattbericht
Wir haben den Assistenten gefragt, welche Websites er sieht. Die Antwort waren zwei, unsere eigene und die eines Pilotkunden. Wenige Minuten später dieselbe Frage, dieselbe Funktion, und die Antwort war eine.
Gelöscht wurde nichts. Zwischen den beiden Aufrufen hatte die Maklersoftware den Benutzer gewechselt, unter dem der Assistent arbeitet. Vorher war es ein Konto mit Administratorrechten, danach ein eigenes Konto für die KI. Und dieses Konto darf die zweite Website nicht sehen.
Die KI ist ein Benutzer, kein Zugang
In den meisten Systemen hängt eine KI an einem Schlüssel. Der Schlüssel gehört keinem, er darf alles, was die Schnittstelle anbietet, und wer wissen will, was damit geschehen ist, liest Protokolle.
Bei uns ist es ein Benutzerkonto wie jedes andere. Es hat einen Anmeldenamen, eine Rolle, eine Gruppe und dieselben Rechte wie ein Mensch an einem Arbeitsplatz. Es ist ausdrücklich kein Systemadministrator. Was dieses Konto nicht sehen darf, bekommt die KI nicht zu sehen, und zwar nicht, weil die Schnittstelle es herausfiltert, sondern weil die Anfrage an derselben Stelle geprüft wird wie jede andere.
Deshalb war die zweite Website weg. Nicht gesperrt, nicht ausgeblendet, sondern schlicht nicht in der Antwort.
Warum das der Unterschied ist
Ein Schlüssel, der alles darf, lässt sich nur ganz oder gar nicht entziehen. Ein Benutzerkonto lässt sich anpassen, so wie Sie es bei einem neuen Mitarbeiter tun. Sie geben der KI Zugriff auf die Objekte, aber nicht auf die Abrechnung. Sie nehmen ihr eine Gruppe weg, und beim nächsten Aufruf ist die Sache erledigt. Niemand muss an der Schnittstelle etwas ändern, niemand muss ein Programm neu ausliefern.
Falls Sie einmal prüfen wollen, was die KI eigentlich darf, schauen Sie nicht in eine Konfigurationsdatei, sondern in die Benutzerverwaltung. Dort steht es, neben den Menschen.
Das Rechtemodell war vorher da
Neu ist an dieser Stelle nichts erfunden worden. Die Zugriffsrechte hängen bei uns am Datensatz und vererben sich an alles, was darunter liegt, und der Suchdialog zeigt jedem nur die Treffer, die er sehen darf. Beides haben wir hier schon beschrieben.
Die KI ist einfach der nächste Fall derselben Regel. Genau das war der Punkt: Ein Rechtemodell, das für eine KI eine Ausnahme braucht, ist keines.
Der Assistent hat auch ein Postfach
Weil das Konto ein Benutzer ist, hat es alles, was ein Benutzer hat, auch einen Posteingang. Dort landen Meldungen des Servers, Nachrichten von Kollegen und Aufträge, jeweils mit Betreff und einer Dringlichkeitsstufe. Zu jeder Nachricht kann ein maschinenlesbarer Anhang mitreisen, damit ein Vorgang nicht in Prosa zerfällt, wenn eine Maschine ihn weiterbearbeitet.
Der vorige Beitrag in diesem Blog ist auf genau diesem Weg entstanden. Er kam als Nachricht im Postfach an, und geschrieben hat ihn der Empfänger.
Was das für Sie bedeutet
Wer eine KI an seine Objektdaten lässt, fragt selten, wie klug sie ist. Er fragt, was sie darf. Darauf gibt es bei uns eine Antwort, die man nachschlagen kann, und sie steht an derselben Stelle wie die Antwort für jeden Mitarbeiter.