Die Poststelle zieht ein: E-Mail-Konten und Vorlagen mit Platzhaltern
Als wir vor zwei Tagen die Kontaktverwaltung vorgestellt haben, stand am Ende ein Versprechen: Sie sei das Fundament, auf dem als Nächstes die E-Mail aufsetzen werde. Heute lösen wir den ersten Teil davon ein. Die Immobilienverwaltung hat eine Poststelle bekommen — E-Mail-Konten, aus denen sie versenden kann, und Vorlagen, aus denen sie ihre Nachrichten baut.
Jede Website bekommt ihren Absender
Wer mehrere Websites betreibt, schreibt unter mehreren Namen: Die Anfrage über musterhaus-immobilien.de soll von dort beantwortet werden, nicht von der Schwester-Domain nebenan. Deshalb ordnet die neue Kontenverwaltung ihre E-Mail-Konten nach Domain — der Baum links zeigt die Domains, die Liste rechts die Konten darunter. Keine künstlichen Kategorien, keine Pflege eines zweiten Ordnungssystems: Die Domain steckt in der Absenderadresse, und daraus baut sich der Baum von selbst.
Dahinter steht eine einfache Regel, die später vieles leicht macht: Die Absenderadresse ist der Wegweiser. Wenn die Website eine E-Mail versenden will, sucht sie die Absenderadresse — und findet ihr Konto, mit allem, was zum Versand gehört. Darum darf jede Adresse auch nur einmal vergeben sein; der Server wacht darüber.
Ein Wort zu den Passwörtern, weil es uns wichtig ist: Sie werden verschlüsselt abgelegt und wandern nie zurück an den Arbeitsplatz. Wer ein Konto öffnet, sieht ein leeres Passwortfeld — nicht, weil das Passwort fehlt, sondern weil es dort nichts zu suchen hat. Und ob alles stimmt, prüft man nicht durch Hoffen, sondern per Knopfdruck: Eine Testnachricht verlässt das Haus über das echte Konto und landet im echten Postfach.
Briefpapier für die Maschine
Der zweite Teil ist die Vorlagenverwaltung — das Briefpapier des Hauses. Jede Vorlage hat einen Betreff, eine gestaltete Fassung und eine schlichte Textfassung für Empfänger, deren Postfach keine Gestaltung mag. Geschrieben wird in demselben visuellen Editor, den auch die Website-Pflege benutzt; wer lieber in den Quelltext schaut, wechselt den Reiter. Ein eigener Stil-Reiter gibt der Vorlage ihr Kleid, und die Schreibfläche trägt es sofort — was man beim Schreiben sieht, ist die Mail, die ankommt.
Dazu kommen feste Anlagen aus der Medienbibliothek: die AGB als PDF, das Exposé-Beiblatt, was immer zu jeder Nachricht dieser Sorte gehört. Und natürlich Bilder — ein Logo im Kopf der Mail ist keine Bastelei mehr, sondern ein Klick in die Bibliothek. Beim Versand reisen die Bilder in der Nachricht selbst mit, damit sie beim Empfänger nicht als leere Rahmen ankommen.
Platzhalter: Die Vorlage kennt ihren Moment nicht
Eine Vorlage weiß nicht, wer sie einmal bekommt. Deshalb schreibt man an den offenen Stellen Platzhalter — kleine Marken in geschweiften Klammern, die erst beim Versand gefüllt werden: der Name des Kontos, das Datum, später der Empfänger, das Objekt, der Termin. Der Mechanismus dahinter ist bewusst allgemein gebaut: Jeder Teil der Anwendung kann eigene Platzhalter beisteuern, und die Vorlagenverwaltung zeigt sie in einer Liste zum Einfügen — ein Doppelklick, und die Marke steht im Text. Bleibt ein Platzhalter unbekannt, wird er nicht stillschweigend verschluckt, sondern bleibt sichtbar stehen — ein Fehler, den man sieht, ist ein Fehler, den man findet.
Zwei Sorten Vorlagen gibt es dabei. Die eigenen — frei angelegt, frei gruppiert in einem Baum, wie man ihn aus der Kontaktverwaltung kennt. Und die eingebauten: Vorlagen, die die Anwendung selbst benutzt, etwa für die Testnachricht. Die darf man nach Herzenslust umgestalten, aber nicht löschen — die Anwendung braucht sie ja. Und für alle anderen gilt: Eine Vorlage, die irgendwo im Einsatz ist, meldet sich beim Löschversuch zu Wort, statt kommentarlos ein Loch zu hinterlassen.
Zwei Fundstücke aus der Werkstatt
Das erste Fundstück hat uns einen Abend gekostet. Die Schreibfläche des Editors ist — technisch gesehen — ein kleines, streng abgeschottetes Fenster in eine eigene Welt. Ein Logo aus der Medienbibliothek gehört aber zur Welt der Anwendung, und die Schreibfläche kommt da nicht heran: Sie zeigte ein Symbol für ein fehlendes Bild. Der erste Versuch, das Bild einfach in den Text selbst einzubacken, funktionierte — und machte den Editor zäh wie Sirup. Der zweite Versuch, die Anfragen der Schreibfläche abzufangen, scheiterte still: Der Abfangpunkt wurde schlicht nie gefragt. Gelöst hat es am Ende eine Sprechverbindung: Die Schreibfläche bittet die Anwendung um jedes Bild, die Anwendung holt es in Ruhe im Hintergrund — ohne die Oberfläche anzuhalten — und reicht es hinüber. Im gespeicherten Text steht weiterhin nur der schlanke Verweis, nie das Bild selbst.
Das zweite Fundstück ist kleiner, aber jeder hätte es gemerkt: Der eingefügte Platzhalter landete immer am Ende des Textes statt an der Schreibmarke. Jetzt fügt der Editor ihn dort ein, wo man gerade schreibt — so, als hätte man ihn getippt. Kleinigkeiten wie diese entscheiden darüber, ob sich ein Werkzeug gut anfühlt oder nur funktioniert.
Die Bilanz
Konten und Vorlagen sind das Rüstzeug — benutzen werden es als Erstes die Testnachricht und bald das Kontaktformular der Website, dessen Antworten dann aus einer Vorlage kommen, die Sie selbst gestalten. Alles wie gewohnt komplett geliefert: Datenmodell, Server und Desktop-Client, die Tests grün, die Code-Analyse ohne Befund. Die Poststelle ist eingezogen — jetzt bekommt sie nach und nach ihre Aufträge.